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„Europa muss die Industrie nicht retten – wir müssen ihr neue Flügel verleihen“

Autor

Von Hans Gäng

Veröffentlicht am - Aktualisiert am

© Dassault Systèmes, Sabine Scheunert, Vorsitzende der Geschäftsführung in Zentraleuropa, Dassault Systèmes

© Dassault Systèmes, Sabine Scheunert, Vorsitzende der Geschäftsführung
in Zentraleuropa, Dassault Systèmes

Ihr beruflicher Werdegang führte sie von BMW zu PSA/Dongfeng, wo sie als erste Frau die Leitung einer Automarke in China übernahm, anschließend zu Mercedes-Benz und heute zu Dassault Systèmes. Gestützt auf diese umfassende internationale Erfahrung erläutert Sabine Scheunert, Vorsitzende des Vorstands für Mitteleuropa bei Dassault Systèmes, wie die europäische Industrie auf internationaler Ebene wieder wettbewerbsfähig und innovativ werden kann.
Logo Acteurs du franco-allemand Welche Unterschiede in den Unternehmenskulturen nehmen Sie wahr und inwiefern beeinflussen sie die Technologieakzeptanz, die Experimentierfreude und letztlich das Innovationstempo in den jeweiligen Industrieregionen?

Wer Innovation international betrachtet, erkennt unterschiedliche Stärken der Regionen. In China greifen Entscheidung und Umsetzung unmittelbar ineinander – kurze Wege, hohe Fehlertoleranz, schnelle Iterationen. Deutschland steht für Qualität, Sicherheit und Prozessdisziplin; hier wird gründlich abgestimmt, bevor skaliert wird. Frankreich und Europa bringen eine starke Engineering- und Designkultur sowie das Bewusstsein für technologische Souveränität ein. Entscheidend ist für mich nicht das Entweder-oder, sondern die Kombination der Stärken: Tempo aus Asien, Qualitätsmaßstab aus Deutschland sowie der europäische Anspruch, Technologie verantwortungsvoll und nachhaltig zu gestalten. Jedes Unternehmen sollte auf diese drei Elemente setzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, Innovationen erfolgreich umzusetzen und gleichzeitig höchsten Qualitäts- sowie Nachhaltigkeitsstandards gerecht zu werden.

Logo Acteurs du franco-allemand Welche Herausforderungen stellen sich hier für Unternehmen in Europa – und welche Rolle spielt dabei die Virtualisierung von Prozessen?

Die Herausforderungen sind vielfältig: steigender Kosten- und Energiedruck, komplexe Regulierung, Fachkräftemangel und volatile Lieferketten. Genau hier setzt die Virtualisierung von Prozessen

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